Alle Jahre wieder, so ist nicht nur der Titel eines weihnachtlichen Liedes. Mit stetiger Regelmäßigkeit versucht meine Familie auch jedes Jahr, entweder ganz geschickt getarnt oder frei heraus, zu eruieren, was ich mir zu Weihnachten wünsche. Bisher wusste ich nicht so recht, was ich darauf antworten sollte. Zum einen fand ich es nicht sehr prickelnd, schon zu wissen, was ich geschenkt bekomme, zum anderen wollte ich weder unverschämt sein, noch irgendetwas Billiges in der Ecke stehen haben.
Für dieses Jahr habe ich mir nun vorgenommen, mit meinem sehnlichsten Wunsch nicht mehr hinter dem Berg zu halten. Ich wünsche mir schon seit mehreren Jahren ein Wasser Bett. Sicher werden weder meine Eltern noch meine Geschwister das Geld aufbringen wollen, mir diesen Wunsch komplett zu erfüllen. Aber zumindest können sie die Summe, die ich angespart habe, aufstocken, sodass ich mir den Traum vom Luxusmöbel endlich erfüllen kann. Ich leide schon seit meiner Jugend an Rückenproblemen, und habe in einem Urlaub das Glück gehabt, einige Nächte im Wasser Bett verbringen zu dürfen. Seither weiß ich, dass so ein Bett die Lösung meiner Probleme bedeutet. Wenn die Zeit gekommen ist, dass alle beginnen, über die diesjährige Bescherung nachzudenken, werde ich also einen entsprechenden Wunschzettel parat haben. Natürlich kann ich nicht zu meinem Chef sagen, kaufen Sie ein Wasser Bett aber ob meine Eltern nun das Geld für andere Dinge ausgeben, oder es in meinen gesunden Schlaf investieren, ist doch relativ egal.
Mein Traum ist ein Wasser Bett, das ein Kopfteil aus Glas aufweist, und einen Bettkasten, in welchem Schubläden integriert sind. Schließlich brauche ich in meiner Wohnung etwas Stauraum, zum Beispiel für Winterkleidung im Sommer und umgekehrt. Diesen Platz unter dem Bett zu nutzen, ist geradezu ideal, denn allzu groß ist meine Wohnung hier in der Stadt nicht. Ein Doppelbett muss es auch sein, denn schließlich will ich nicht für den Rest meines Lebens alleine schlafen. Allein der Gedanke, dann endlich in einem wohl temperierten, tollen Bett schlafen zu können, in welchem ich mir keine Gedanken machen muss, wie verspannt mein Rücken und mein Nacken am nächsten Morgen wieder sein werden, löst schon die höchstmögliche Vorfreude aus. Ich bin gespannt, wie meine lieben Verwandten auf meinen Wunsch reagieren werden.
Nun suche ich nur noch nach einer Lösung, wie ich es schaffe, mir das Geld für das Wasser Bett zu wünschen, ohne unverschämt zu wirken. Mir wäre ja noch eine Möglichkeit eingefallen, wie sich das Problem des fehlenden Geldes noch lösen lassen könnte: Würden wir uns einfach alle gegenseitig nichts schenken, könnte ich das gesparte Geld gleich an der richtigen Stelle investieren. Aber Weihnachten ohne Geschenke? Das ist selbst mir, und ich halte mich für eine praktisch denkende, moderne Mittzwanzigerin, unheimlich. So, wie der Glühwein, die Plätzchen und der Stollen zum Weihnachtsfest gehören, sollte ja auch das Glänzen in den Augen nicht fehlen, wenn jeder sein Päckchen aufmacht und sich über den Inhalt freut. Sollte mein Vorhaben klappen, werde ich mich in diesem Jahr mehr freuen, als die vergangenen Jahre zusammen, denn für mich würde sich mit dem Wasser Bett endlich ein Traum erfüllen.
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