Ich bin eine Studentin, Fachrichtung Wirtschaft und stamme aus einem nicht gerade mit Geldsegen behafteten Elternhaus. Alles, was ich zum Leben, zum Zahlen meiner Miete und für ein kleines bisschen Luxus brauche, verdiene ich mir in einer kleinen Kneipe, in der ich in jeder freien Minute jobbe. Da das Geld für neue Möbel fehlte, habe ich das Bett aus meinem Jugendzimmer einfach mit in meine Studenten-WG genommen. Beim Umzug ging das Bettgestell zu Bruch; seither schlafe ich mehr schlecht als recht auf der Matratze auf dem Boden.
Weihnachtswünsche zu äußern war bei uns niemals Sitte, dennoch sprang ich beim letzten Fest über meinen Schatten und redete mit meinen Eltern und meinen Großeltern. Sie machten mir alle zusammen nicht viele Hoffnungen, dass es mehr als der übliche Pulli sein sollte, der unter dem Baum liegen würde. Mein Vater ist Frührentner und meine Mutter hat nicht wirklich die gesundheitliche Voraussetzung, um mehr als eine stundenweise Hilfstätigkeit im örtlichen Supermarkt ausüben zu können. Meine Großeltern leben von einer bescheidenen Rente und stecken mir so und so ab und zu etwas Geld zu, um mich zu entlasten, wenn einmal wieder das Studium meine volle Kraft fordert. Also schrieb ich in Gedanken das neue Bettgestell schon einmal ab. Am Abend nach Uni und Kellnerei in einem unbequemen Bett schlafen zu müssen, auf einer Matratze, die auf dem Boden hin und her rutscht, ist nicht gerade angenehm. Dennoch konnte ich verstehen, wenn die Eltern und Großeltern die Hilfe verweigern mussten.
Als nun das Weihnachtsfest näher rückte, rief meine Mutter mich an und fragte mich, wann ich denn an Weihnachten nach Hause käme, und wir besprachen Details wegen dem Essen, dem Schmücken des Baumes und anderes. Da ich auf dem Heimweg noch einen Onkel besuchen wollte, sagte ich Bescheid, dass ich erst abends kommen würde. Als ich die Türe aufschloss erwartete mich schon der Geruch, den unser Weihnachten schon hatte, seit ich denken kann. Stollen, Kerzen, Glühwein, Kraut und Würstchen vermischten sich zum liebgewonnenen Duft und ich freute mich, wie immer, auf dem gemeinsamen Heiligen Abend.
Wir aßen zusammen, danach klingelte Mutter, wie eh und je zur Bescherung. Ich traute meinen Augen nicht, als ich unter dem Weihnachtsbaum, zwar zerlegt, aber eindeutig erkennbar, ein neues Bettgestell samt Lattenrost und funkel nagelneuer Wassermatratze erkennen konnte. Tränen der Rührung über meine liebe Familie schossen mir in die Augen und ich musste alle ganz oft und fest drücken, weil sie wirklich das ganze Ersparte zusammengelegt hatten, um mir das neue, tolle Bett zu kaufen.
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